Patientenverfügung

Liebe Patientin, lieber Patient,


Vielleicht haben auch Sie bereits daran gedacht, was wohl passieren würde, wenn Sie einmal als Patient Ihren Willen nicht mehr kompetent ausdrücken könnten?

Welche Wertvorstellungen würden den medizinischen Entscheidungen dann wohl zugrunde gelegt, welche Mutmaßungen über Ihre Wünsche und Ängste angestellt? In meiner langjährigen ärztlichen Tätigkeit habe ich oft erlebt, wie schwer es ist, für einen anderen Menschen Abwägungen treffen zu müssen: zwischen apparativer Lebensverlängerung um jeden Preis oder Schmerz- und Beschwerdefreiheit mit menschlicher Sterbebegleitung.

Ohne Patientenverfügung sind auch Angehörigen die Hände gebunden und Ärzte würden sich bei Verzicht auf mögliche Maximaltherapie strafbar machen. Das Sterben wird trotz schwerster Schädigungen wochen- und monatelang hinausgezögert. Viele Menschen verbringen ihre letzten Lebensjahre bewusstseinsgetrübt im Pflegebett oder leiden an Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium. Dann kann es besonders schwierige Entscheidungskonflikte geben, z. B. wenn kein Füttern mehr möglich ist. Soll dann eine Magensonde zur künstlichen Ernährung gelegt werden? Manche Formulare von Patientenverfügungen weisen hier gravierende Lücken auf, deshalb sollten Sie vorher genau informieren bzw. kompetent beraten lassen.

Auch die deutsche Bundesärztekammer rät dazu, persönliche Vorsorge mit Hilfe einer Patientenverfügung zu treffen. Dazu existieren inzwischen viele Formulare unterschiedlicher Organisationen, Initiativen und Vereine. In dieser Situation werden sicher auch bei Ihnen eine Reihe von Fragen auftreten, wie z.B.;

• Welche Formulierungen garantieren für mich persönlich den besten Schutz (Qualitätsanforderung)

• Müssen sich später Ärzte an meine Verfügung halten (Rechtsverbindlichkeit)

• Wer hilft mir bei der Abfassung, stellt mir beglaubigte Dokumente aus (Dienstleistung)

• Wer überwacht die Einhaltung? Wie ist garantiert, dass meine Verfügung gefunden wird (Notfall)

Ich werde versuchen, Ihnen in einem persönlichen Gespräch nach bestem Wissen die wichtigsten Hinweise zu geben.